Aktuelle Ergebnisse im EIP-Agri Projekt „Smarte UNkraut Kontrolle (SUNK)“ der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB e.V.)

Das Projekt „Smarte UNkraut Kontrolle“ entwickelt Strategien zu alternativen Anbausystemen bei Glyphosatverzicht, um weiterhin pfluglosen Ackerbau und Direktsaat mit allen seinen Vorteilen auch im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes betreiben zu können.

Hierzu erprobt das Projekt innerhalb einer dreijährigen Fruchtfolge verschiedene Szenarien mit dem Ziel, unerwünschte Beikräuter zu unterdrücken. Dem Herbizideinsatz werden hierbei praxisgetriebene Neuentwicklungen, wie die elektrophysikalische Unkrautbekämpfung und alternative Lösungsansätze mechanischer und biologischer Verfahren (Zwischenfrüchte, Untersaaten, Begleitpflanzen) gegenübergestellt.

Konkret sind das folgende Prüfglieder:

A1: Chemisch (Glyphosat)
B1: Mechanisch (Scheibenegge)
B2: Mechanisch (Flachgrubber)
B3: Mechanisch (Großfederzinkenegge)
C1: Elektrophysikalisch (Elektroherb)
D1: Biologisch (Untersaat)

Als drittes Fruchtfolgeglied wurde im Jahr 2021 Winterweizen angebaut. Die Ertragsdaten 2021 mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) auf statistisch gesicherte Unterschiede zwischen den Prüfgliedern untersucht. Die Ergebnisse für den Standort Großer Plan wird in den folgenden Abbildungen dargestellt.

Abbildung 1: Ertragskartierung Großer Plan
Abbildung 2: Boxplot Ertragsdaten Großer Plan
Abbildung 3: Unterschiede zwischen den Prüfgliedern Großer Plan,
wenn p adj < 0.05 dann signifikant

Ertraglich liegen die mechanischen Varianten und die biologische Variante (mit mechanischer Bodenbearbeitung) auf vergleichbarem Ertragsniveau wie die chemische Variante.

Die elektrophysikalische Variante, bei der Unkräuter und Ausfallgetreide mittels Strom bekämpft werden, konnte im Ertrag weder im Winterweizen noch in den Vorjahren angebauten Kulturarten überzeugen. Entsprechend des geringen Ertragsniveaus und der teuren Technik liegt der Deckungsbeitrag in dieser Variante am niedrigsten.

Der höchste Deckungsbeitrag konnte in der chemischen Variante (A1: Chemisch) erzielt werden. Die Varianten mit mechanischer Bodenbearbeitung lagen im Deckungsbeitrag um 60-145 Euro niedriger.

Das Projekt Smarte UNkraut Kontrolle wird durch die EU im Rahmen der Fördermaßnahme Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (EIP Agri)“ gefördert und hat eine Laufzeit von 4 Jahren (2019-2023).

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Zum Jahreswechsel und Themen 2022

Das war unser Motto zum Dekadenwechsel 2019/2020 und auch heute finden wir dieses sehr passend! Wir wollen uns auch dieses Jahr bei unseren Kunden für ihr Vertrauen und ihre Geduld bedanken:

„Besten Dank und ein erfolgreiches 2022!“

Neben unseren „klassischen“ Dienstleistungen wie der Pflanzenbauberatung, GIS-Antrag, Dokumentation, Spurplanung, Düngeberatung von Makros bis zur Andüngung nach Herbstscan gibt es Themen die wir im neuen Jahr weiter „treiben“ wollen.

Dafür sind wir auf der Suche nach Partnern, bei Interesse bitte unbedingt melden!

Welche Themen sind das konkret?

Dies gilt auch für eine angepasste und differenzierte N-Düngung mit Gülle/Gärrest (NIRS Sensor)!

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Effekte der Herbstdüngung Kalkstickstoff im Raps (Versuchsauswertung)

Im Auftrag von Heiko Ludwig (AlzChem Trostberg GmbH) führten wir 2020/2021 einen Versuch zur Herbstdüngung mit Kalkstickstoff in einem Betrieb am Rande der Lommatzscher Pflege durch.

Was war die Motivation für diesen Versuch?

  • Ziel eines guten Pflanzenbauers ist es, im Herbst einen vernünftigen Rapsbestand zu etablieren, dies ist für gute Ertragsaussichten im nächsten Jahr unbedingt notwendig.
  • Der Wegfall der Beizen bringt Probleme mit sich, hier kann Kalkstickstoff und das entstehende Cyanamid dem Keimling und der Pflanze helfen.
  • Kohlhernie wird auch in Sachsen und anderswo zum Problem, diese befällt schon den Rapskeimling, Kalkstickstoff/Cyanamid hält gegen.
  • Eine Herbstdüngung wird durch die Einschränkungen der DüV immer schwieriger, die von AlzChem empfohlene Ausbringung von 220 kg/ha Kalkstickstoff (44 kg N/ha mit der dann optimalen fungiziden, insektiziden, herbiziden Wirkung sowie der Schneckenreduzierung) lässt sich so schwer unterbringen.
  • Die Unterfußdüngung etabliert sich in der Praxis immer mehr, auch geringere Nährstoffmengen finden mit dieser Methode schneller ihren Weg in die Pflanze, dies soll hier mit Kalkstickstoff untersucht werden.
  • Wenn das N-Budget im Betrieb z.B. durch Organik ziemlich ausgeschöpft ist, gibt es Effekte der Herbstdüngung von kleinen Mengen Kalkstickstoff auf den Ertrag?

Versuchsanlage Herbstdüngung

Methode produktionsintegrierter Großparzellenversuch (PiG) bzw. On-Farm-Research (OFR):

  • Prüfglied PG1: Unterfußdüngung Kalkstickstoff 120 kg/ha (24 kg N/ha), kombiniert mit EXCELLO Mikronährstoffdünger
  • Prüfglied PG2: Kontaktdüngung Kalkstickstoff 15 kg/ha (3 kg N/ha), kombiniert mit EXCELLO Mikronährstoffdünger
  • Prüfglied PG3: Kontaktdüngung KAS 30 kg/ha (8 kg N/ha)

Herbstentwicklung des Bestandes

Auf der aus einer Satellitenaufnahme vom 20.09.2020 abgeleiteten Biomassekarte (NDVI, relative Darstellung, rot weniger, blau mehr Biomasse) sieht man, das sich das PG1 (Unterfußdüngung) von den anderen Prüfgliedern abhebt.

Am 16.11.2020 wurde ein Herbstscan mit einem YARA N-Sensor durchgeführt. Auf Basis dieser Messungen wurde eine flächige N-Aufnahmekarte erstellt, hier ist erkennbar, das das PG2 im Wachstum gegenüber dem PG1 aufgeholt hat, der Abstand zum PG3 bleibt allerdings bestehen.

Auch in den aus den 2021 verfügbaren Satellitenaufnahmen abgeleiteten relativen N-Aufnahmenkarten (rot weniger, blau mehr N-Aufnahme) sind die Unterschiede zwischen den Prüfgliedern statistisch signifikant, hier eine Karte vom 28.04., überprüft mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA), p < 0,05:

Die N1 und N2 Anfang 2021 wurde zu einer Gabe (135 kg N/ha) zusammengefasst und nach den Ergebnissen des Herbstscan variabel gestreut. Strategie war das Teilflächen mit guter Herbstentwicklung/N-Aufnahme weniger Stickstoff bekommen als die nicht so gut entwickelten Teilflächen. Somit arbeitete diese Düngung der Versuchsanlage entgegen. Allerdings zeigte sich, dass über die gesamte Fläche die durchschnittlichen Düngemengen je Prüfglied kaum voneinander abwichen (PG1 = 131 kg N/ha, PG2 = 133 kg N/ha und PG3 = 134 kg N/ha). Somit hatte diese Düngung keinerlei Auswirkungen auf das Versuchsergebnis, in der Endauswertung durch PiGSTAT wurde diese erklärende bzw. Störgröße „aussortiert“.

Ergebnisse

Der Versuch wurde mit unserer Software PIGSTAT ausgewertet, der Durchschnittsertrag des Schlages betrug 42,3 dt/ha.

  • Prüfglied PG1: Unterfußdüngung Kalkstickstoff 120 kg/ha (24 kg N/ha)
  • Prüfglied PG2: Kontaktdüngung Kalkstickstoff 15 kg/ha (3 kg N/ha)
    Minderertrag gegenüber PG1 -1,878 dt/ha (p = 0,0274)
  • Prüfglied PG3: Kontaktdüngung KAS 30 kg/ha (8 kg N/ha)
    Minderertrag gegenüber PG1 -2,903 dt/ha (p = 0,0120)

Die beiden Prüfglieder mit Kalkstickstoff waren somit dem Verfahren mit KAS als Herbstdüngung statistisch signifikant überlegen. Insbesondere die Unterfußdüngung hatte einen Mehrertrag + 2,9 dt/ha , aber auch die minimale Kontaktdüngung hatte noch einen positiven Ertragseffekt von rund +1 dt/ha gegenüber der KAS Variante.

Bei Kosten von 60 €/ha für PG1 (Unterfuß 120 kg/ha Kalkstickstoff ) oder 7 €/ha (Kontakt 15 kg/ha Kalkstickstoff) war in diesem Versuch die Wirtschaftlichkeit mehr als gegeben.

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Ende Oktober Deutschland fast wolkenfrei, ideale Bedingungen für den Herbstscan zur optimalen Andüngung im Frühjahr inklusive Einsparung von N-Dünger OHNE Ertragseinbußen!

Ende Oktober waren ideale Bedingungen für gute Satellitenaufnahmen, Wolken gab es hauptsächlich nur über den Höhenlagen der Mittelgebirge. Super Voraussetzungen für den Herbstscan! Ab nächster Woche führen wir die Referenzmessungen am Boden durch. Übrigens, N-Aufnahmekarten für Ihren Betrieb lassen sich auch nachträglich (nach der Referenzmessung) erstellen, fragen Sie uns!

Satellitenbilder Ende Oktober zur Berechnung der N-Aufnahmekarten für unsere Kundschaft.

Optimale Andüngung nach Herbstscan mit Satellit

Gerade bei den aktuellen Preisen für Stickstoffdünger sollte jedes kg N effizient eingesetzt werden. Für die zweite/dritte und vierten Gabe habe sich Verfahren auf der Basis von Sensoren und Satellitenbildern breit etabliert. Ungenutztes Optimierungspotenzial liegt in der ersten Gabe. Hier gilt, das sich der Zustand der Bestände am besten zum Ende der Vegetationsperiode im Spätherbst erfassen lässt.

Beim Winterraps kann jedes kg N, welches über 50 kg liegt, im Frühjahr angerechnet und eingespart werden (Faustzahl: kg N/ha Herbst > 50 kg N/ha* 0,7 = Einzusparende kg N/ha Frühjahr). Durch Satellitendaten abgeglichen mit Referenzmessungen am Boden wird eine N-Aufnahmekarte für den Herbst erstellt. Diese als Grundlage für die Frühjahresdüngung (egal ob in 1 oder mehreren Gaben) zu nutzen, klappt und führt, so unsere langjährige Erfahrung, in den meisten Fällen zu N-Einsparungen von 15-25 kg/ha (siehe auch unseren Newsletter vom September 2021).

Bei der 1. N-Gabe für Winterweizen/Wintergerste/Winterroggen orientiert man sich oft an den „schlechtesten“ Stellen und überzieht die „besseren“ deutlich, was zu dichten Beständen mit Lager- und Krankheitsproblemen führt. Dagegen hilft eine differenzierte Düngung. Über die Abschätzung der N-Aufnahme Schlag und der daraus resultierenden N-Aufnahmekarte wird die Streukarte für die Andüngung im folgenden Frühjahr erstellt. Als erstes erfolgt die Festlegung des Düngungsniveaus, bei der neben den üblichen Planungsansätzen (Betriebsleitererfahrung, Nmin, N-Form, Produktionsziel, Ertrag, organische Düngung usw.) die durchschnittliche N-Aufnahme im Herbst berücksichtigt wird. Die anschließende Differenzierung orientiert sich dann an den unterschiedlichen N-Aufnahmezonen im Schlag und daraus lässt sich eine Streukarte erzeugen.

Eine differenzierte Andüngung führt zu einheitlicheren Beständen, die sich einfacher führen lassen und einer Frühsommertrockenheit besser begegnen können. „Nicht zu viel bei den Guten und nicht zu wenig bei den Schlechten“ sollte das Motto sein.

Auch hier liefern wir die Karten im jeweils nötigen Datenformat und helfen bei Bedarf vor Ort mit, bis heute konnten wir jedes Formatproblem lösen (auch mit ISOXML, dem ISOBUS Auftragsformat 😉 ).

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Preissenkungen unserer Vermessungslösungen

Ab sofort können wir den Preis unserer kompletten Mehrfrequenz RTK Vermessungslösung mit amtlicher SAPOS HEPS Korrektur (1 – 2 cm) von 4.450,- € auf 3.450,- € senken. Auch unser SAPOS EPS (DGPS) Vermessungssystem (0,3 – 0,8 m) haben wir von 1.950,- € auf 1.450,- € reduziert.

Link EXAgT Webshop Vermessung

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Ertragskartierung aus Satellitendaten – Optimale Andüngung nach Herbstscan mit Satellit

Ertragskartierung aus Satellitendaten

Versuch und Auswertung

Herbstzeit ist Versuchsauswertungszeit und es kommen eine Menge von Mähdrescherdaten auf unseren Tisch. Auch gibt es seit mehreren Jahren Fachartikel und sogar Produkte die Versprechen aus Satellitendaten Ertragskarten abzuleiten. Für uns ist dieses Thema auch interessant, kommt es doch in unserer Arbeit immer wieder aufgrund von nichtvorhandenen bzw. fehlerhaften Ertragsdaten von Mähdreschern zu nicht auswertbaren Versuchen. Wir haben auf der Basis eines Artikel von Franz-Xaver Maidl el.al. über die „Ableitung des teilflächenspezifischen Kornertrags von Getreide aus Reflexionsdaten“ (1) eine solche Herleitung selbst durchgeführt.

Im vorliegenden Beispiel wurde die Ertragskarte eines am 31.07.2021 geernteten Winterweizenbestand sowie zwei wolkenlose Sentinel-2 Aufnahmen vom 23.07.2021 und dem 18.06.2021 genutzt. In beiden Aufnahmen wurde der Vegetationsindex S2REP berechnet und weiter verwendet.

Bei der Aufnahme vom 23.07.2021, eine Woche vor der Ernte, sieht man im Plot, das es hier keine Abhängigkeiten geben kann.

Abbildung 1: S2REP vom 23.07.2021 vs. Ertrag in dt

Ganz anders sieht es für die Aufnahme vom 18.06.2021 aus. Hier gibt es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vegetationsindex S2REP und dem Ertrag.

Abbildung 2: S2REP vom 18.06.2021 vs. Ertrag in dt , R² = 0,53

Fazit

Ja, es funktioniert wirklich, der teilflächenspezifische Kornertrag im Getreide lässt sich aus Reflexionsdaten (hier Sentinel-2 Satellitendaten) ableiten! Nach den Untersuchungen von Maidl el. al. sind dafür Reflexionsdaten des Bestandes zwischen EC49 und EC65 nutzbar. Ziel ist nicht die Vorhersage der absoluten Erntemenge, sondern die Ableitung der teilflächenspezifischen Erträgen aus einen Wert Ertrag pro Fläche von der Hofwaage.

Ein spannendes Thema welches wir hoffen auch mit Hilfe anderer Reflexionsdaten (Drohne mit Multispektralkamera) vertiefen zu können.

(1) Franz-Xaver Maidl et. al.: Ableitung des teilflächenspezifischen Kornertrags von Getreide aus Reflexionsdaten in A. Meyer-Aurich et al.: Digitalisierung in kleinstrukturierten Regionen, Lecture Notes in Informatics (LNI), Gesellschaft für Informatik, Bonn 2019, S. 131- 134

Optimale Andüngung nach Herbstscan mit Satellit

Gerade bei den aktuellen Preisen für Stickstoffdünger sollte jedes kg N effizient eingesetzt werden. Für die zweite/dritte und vierten Gabe habe sich Verfahren auf der Basis von Sensoren und Satellitenbildern breit etabliert. Ungenutztes Optimierungspotenzial liegt in der ersten Gabe. Hier gilt, das sich der Zustand der Bestände am besten zum Ende der Vegetationsperiode im Spätherbst erfassen lässt.

Beim Winterraps kann jedes kg N, welches über 50 kg liegt, im Frühjahr angerechnet und eingespart werden (Faustzahl: kg N/ha Herbst > 50 kg N/ha* 0,7 = Einzusparende kg N/ha Frühjahr). Durch Satellitendaten abgeglichen mit Referenzmessungen am Boden wird eine N-Aufnahmekarte für den Herbst erstellt. Diese als Grundlage für die Frühjahresdüngung (egal ob in 1 oder mehreren Gaben) zu nutzen, klappt und führt, so unsere langjährige Erfahrung, in den meisten Fällen zu N-Einsparungen von 15-25 kg/ha (siehe auch unseren Newsletter vom September 2021).

Bei der 1. N-Gabe für Winterweizen/Wintergerste/Winterroggen orientiert man sich oft an den „schlechtesten“ Stellen und überzieht die „besseren“ deutlich, was zu dichten Beständen mit Lager- und Krankheitsproblemen führt. Dagegen hilft eine differenzierte Düngung. Über die Abschätzung der N-Aufnahme Schlag und der daraus resultierenden N-Aufnahmekarte wird die Streukarte für die Andüngung im folgenden Frühjahr erstellt. Als erstes erfolgt die Festlegung des Düngungsniveaus, bei der neben den üblichen Planungsansätzen (Betriebsleitererfahrung, Nmin, N-Form, Produktionsziel, Ertrag, organische Düngung usw.) die durchschnittliche N-Aufnahme im Herbst berücksichtigt wird. Die anschließende Differenzierung orientiert sich dann an den unterschiedlichen N-Aufnahmezonen im Schlag und daraus lässt sich eine Streukarte erzeugen.

Eine differenzierte Andüngung führt zu einheitlicheren Beständen, die sich einfacher führen lassen und einer Frühsommertrockenheit besser begegnen können. „Nicht zu viel bei den Guten und nicht zu wenig bei den Schlechten“ sollte das Motto sein.

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Versuche 2021 zur N-Düngung Winterraps in „roten Gebieten“ nach Herbstscan mit Satellitenbildern

Um trotz Mengeneinschränkungen in der Ausbringung von Stickstoffdünger gute Erträge und Qualitäten zu erreichen heißt es jedes kg N effizient einzusetzen. Dies gilt vor allem in den „roten Gebieten“ mit eingeschränkter Stickstoffdüngung.

Unsere zwei Versuche zur N-Düngung Winterraps 2020/2021 lagen in solch einem Gebiet. Auf beiden Schlägen zeigte sich im Spätherbst 2020 eine sehr gute Herbstentwicklung, durchschnittlich wurden N-Aufnahmen von 86 bzw. 114 kg N/ha mittels Satellitenbilder abgeglichen mit Referenzmessungen am Boden gemessen.

Die Versuchsanlage erfolgte als PiG mit drei Prüfgliedern, zum einen eine betriebsübliche konstante sowie zwei variable Varianten (EXAgT und eine alternative Methode zur Überprüfung).

Gedüngt wurde in zwei Gaben, die erste mit Piamon differenziert in den Prüfgliedern, die zweite in allen Prüfgliedern konstant mit KAS und 50 kg N/ha.

Die hohen N-Aufnahmen im Herbst wurden zu 70% von der Andüngung im Frühjahr abgezogen, dies ergaben ohne zusätzliche Abzüge durchschnittliche N-Gaben die den amtlichen Vorgaben (in Sachsen das Bilanzierungs- und Empfehlungssystem Düngung BESyD) entsprachen. Die realen Düngemengen lagen zwischen 70 und 75 kg N/ha für die erste Gabe in allen Prüfgliedern auf beiden Schlägen.

Abbildung 1: Versuchsschlag 1, links Planung erste Gabe Piamon, rechts Umsetzung via Schlepperterminal

Im Durchschnitt wurden auf beiden Schlägen 42,2 bzw. 42,8 dt/ha mit 41,7 bzw. 41,8% Ölgehalt gedroschen.

Abbildung 2: Versuchsauswertung Schlag 1, die Vergleichsvariante (Intercept) war unser Verfahren, in der Betriebsvariante wurden signifikant 1,484 dt/ha weniger geerntet.
Abbildung 3: Versuchsauswertung Schlag 2, die Vergleichsvariante (Intercept) war unser Verfahren, hier lag der Ertrag der Betriebsvariante signifikant 1,765 dt/ha darunter.

Nach unseren Erfahrungen außerhalb der „roten Gebiete“ liegt der Vorteil unseres Vorgehens in der Reduzierung der N-Düngung bei gleichbleibenden Erträgen, 15 – 25 kg N/ha Einsparung sind hier möglich.

Hier noch mal unser Verfahren zusammengefasst:

  • Basis gute Herbstentwicklung Winterraps (N-Aufnahme > 50 kg N/ha)
  • keine Sensortechnik und Überfahrt im Herbst nötig
  • „rotes Gebiet“ in diesjährigen Versuchen 1,5 dt/ha mehr Ertrag
  • in „normalen“ Gebieten N Einsparung zwischen 15 – 25 kg N/ha

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Der Mähdrusch als „Datenernte“

Die Anlage, Planung und Auswertung von produktionsintegrierten Großparzellenversuche (PiG) ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Das typische Prüfmerkmal eines Versuches ist der Ertrag, dieser wird mittels Ertragskartierung vom Mähdrescher/Feldhäcksler aufgezeichnet. So ist für uns die Getreideernte nicht „nur“ die Ernte von Raps/Gerste/Weizen/etc. sondern eine „Ernte von Daten“.

Während für die Kundschaft die eigentliche Ernte im Vordergrund steht, sind es für andere schöne Bilder (oberes Bild: Philipp Scherber von Ostsachsen-farming, Bild links unten: Mathias Zeitke) und für uns auswertbare Daten (rechts unten Ertragsdaten 2021 aus dem SUNK-Projekt)

Auch hier kann etwas schiefgehen so das Versuche nicht ausgewertet werden können. In den letzten Jahren beschränkten sich die Probleme hauptsächlich auf nicht wiederauffindbare Datensätze in den Datenwolken der Hersteller.

So ist es in jedem Jahr spannend, die Ertragsdaten der verschiedenen Versuche einzulesen und auf Plausibilität zu überprüfen. Der aktuelle Zwischenstand 2021 sieht hoffnungsvoll aus, dies ermöglicht es uns in den nächsten Newslettern über die Ergebnisse folgender Versuche berichten zu können:

Dann auf spannende Versuchsergebnisse in den nächsten Newslettern!

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Projekt Mähdrusch – BeA (Beikrautsamen-Abscheidung)

Seit dem 01.02.2021 arbeiten wir im Projekt BeA (Beikrautsamen-Abscheidung) mit. Ziel des Projekts ist es, die ungewünschte Verteilung von Beikrautsamen und Verlustkörnern durch den Mähdrusch zu reduzieren. Dazu werden im Gesamtmaterialstrom eines Mähdreschers möglichst viele Samen/Körner devitalisiert OHNE den hohen Leistungsbedarf der aktuell auf dem Markt verfügbaren Lösungen zu benötigen. Dies ist möglich, indem die Samen vom Kurzstroh und der Spreu getrennt und im Anschluss separat behandelt werden.

Projektpartner sind das Institut für Naturstofftechnik der TU Dresden sowie die Zürn Harvesting GmbH & Co. KG.

Unsere Aufgabe im Projekt ist es u.a. die pflanzenbauliche Wirksamkeit der Methode durch OFR (On Farm Research) Versuche zu untersuchen. Dazu werden aktuell die Versuche praktisch angelegt. Für uns neu ist die Versuchsanlage mit dem Mähdrescher, das gibt bisher unbekannte Herausforderungen.

Wir werden in diesem Rahmen weiter über das Projekt berichten!

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Vermessung im Büro vorbereiten, auf dem Schlag umsetzen und in Versuchen Bestandsunterschiede via Satellit messen

Vermessung: Im Büro vorbereiten, auf dem Schlag umsetzen

Bedarf an Vermessungslösungen gibt es nicht nur für die Erstellung des Agarantrags sowie der Grenzsteinsuche, auch beim Abstecken von Feldgrenzen nach einem Flächentausch oder einer Flächenteilung ist so ein System hilfreich. Dabei hat es sich bewährt das Vermessen bzw. Abstecken neuer Schlaggrenzen im Büro vorzubereiten.

Die Basisdaten sind in den meisten Bundesländern frei verfügbar, Luftbilder/Flurstücke lassen sich direkt in der Vermessungssoftware herunterladen, für Feldblöcke aus InVeKoS gibt es eine Importfunktion, dazu lassen sich auch die eigenen Antragsdaten einlesen. Eine Vielzahl von Funktionen der Software decken bekannte Aufgaben aus der Praxis ab, Nachfragen dazu sind willkommen!

Flächenteilungfunktion, hier wurde eine gewünschte Flächengröße vorgegeben

Die im Büro vorbereiteten Grenzen/Punkte können (unterstützt durch die Software) angelaufen und dann abgesteckt werden, dafür bieten wir preisgünstige Mehrfrequenz RTK und SAPOS EPS (DGPS) Vermessungssysteme an.

Versuche: Bestandsunterschiede via Satellit messen

Um Versuchsergebnisse besser erklären zu können sind regelmäßige Messungen/Bonituren zur Bestandsentwicklung sehr nützlich. Bei dieser Aufgabe können Satellitenbilder hilfreich sein, z.B. werden Sentinel-2 Daten für den Endnutzer kostenlos erfasst, archiviert und sind auch nach Ende des Versuchs auswertbar. Nach unseren Erfahrungen sind mindestens ein bis zwei Aufnahmen pro Monat ohne Wolken und Wolkenschatten und damit brauchbar.

Für die Bewertung der Bestände nutzen wir den aus den Satellitendaten berechneten S2REP Index, dieser ist abhängig vom N-Status der Pflanze, je größer der S2REP-Wert desto höher ist die N-Aufnahme.

Die geometrisch zu den jeweiligen Prüfgliedern passenden S2REP-Werte werden diesen zugeordnet, mittels einfaktorieller Varianzanalyse (ANOVA) können dann statistisch gesichert signifikante Unterschiede zwischen diesen Prüfgliedern bestimmt werden.

Hier ein Beispiel einer nachträglichen Analyse aus einem N-Düngungsversuch Wintergerste im Jahr 2019 mit den Prüfgliedern 1 – 4 und drei Wiederholungen. Dargestellt sind die für die Aufnahmetermine 21.03./22.04/12.05 berechneten S2REP Werte.

In der statistischen Auswertung sieht man u.a. das das Prüfglied 1 gegenüber dem Prüfglied 2 ab dem 22.04.2019 statistisch signifikant eine höhere N-Aufnahme hatte. Interessant war das dem entsprechend ein signifikant höherer Ertrag in PG1 gegenüber PG2 auch in der PIGSTAT Endauswertung ermittelt wurde.

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