Maisversuche 2026, wir müssen reden?!

Die ersten Ertragskarten aus unseren Maisversuchen sind ausgewertet – mit Ergebnissen, die unseren Erwartungen entsprachen, aber auch mit Überraschungen.


Abbildung 1: Impression Maisschlag im September in der Oberlausitz

Wir haben in zwei Jahren fünf Versuche zur differenzierten Saat im Mais ausgewertet, davon vier mit den erwarteten Ertragsvorteilen der teilflächenspezifischen Anpassung der Saatstärke. In diesem Jahr zeigte zum ersten Mal ein Versuch diesen Effekt nicht – im Gegenteil! Ok, jeder Versuchsansteller weiß, dass es eine 100%-Quote nicht gibt, trotzdem ein Anlass Ursachenforschung zu betreiben.

Die Basiskarte

Als Datengrundlage für die differenzierte Saat im Mais bieten wir unsere Basiskarte an. Diese basiert auf relativen Ertragsdaten, die aus Sentinel-2-Daten seit 2017 in einem relativ trockenen Jahr berechnet wurden. Daraus werden die Managementzonen abgeleitet, d. h. pro Schlag sieben Zonen mit unterschiedlicher Ertragsleistung.


Abbildung 2: Basiskarte

Das Versuchsdesign

In einem einfaktoriellen Versuch wurde die variable Saat gegenüber einer konstanten Aussaat im Silomais geprüft. Der Versuch wurde als randomisierte vollständige Blockanlage mit vier Wiederholungen angelegt.


Abbildung 3: Versuchsdesign, Saatstärken nach Vorgabe des Betriebes

Das Ergebnis

Bei der Voransicht der Ertragsdaten war es schon erkennbar, die statistische Auswertung zeigte es dann klar. Das Versuchsglied „diff“ hatte einen Minderertrag von 9 dt/ha. Zwar war das Ergebnis ganz klar nicht signifikant, aber das war nur ein schwacher Trost.

Abbildung 4: Versuchsergebnis

Warum war die differenzierte Saat schlechter?

Jetzt musste die Frage beantwortet werden, warum es im Gegensatz zu den vier anderen Versuchen zu diesem Ergebnis kam. Eine Antwort gibt folgende Grafik: Darin wurde der Ertragsunterschied in den einzelnen Managementzonen (siehe Abbildung 2) jeweils für das Versuchsglied „konst“ gegenüber „diff“ berechnet und visualisiert. In dieser Darstellung sehen wir ganz klar, dass in den Managementzonen 1–3 mit einer relativ schlechteren Ertragsleistung die Variante „konst“ mit einer Saatstärke von 85.000 Kö/ha einen wesentlich höheren Ertrag erzielte als die Variante „diff“ mit Saatstärken bis hinunter zu 70.000 Kö/ha. Erst in den besseren Managementzonen dreht sich das um. Schlussfolgerung: Die Saatstärke in der differenzierten Saatkarte wurde in den Managementzonen 1-3 zu niedrig gewählt!


Abbildung 5: Relativertrag in den jeweiligen Managementzonen zwischen „konst“ und „diff“.

Fazit

Unsere Meinung über die Vorteile der differenzierten Saat im Mais hat sich mit diesem Versuch nicht geändert. Allerdings bleibt die Entscheidung über die dem Standort angepasste Saatstärke sehr wichtig. Der Wunsch, Saatgut einzusparen, ist zwar nachvollziehbar, aber

eine zu geringe Saatstärke auf besseren Böden bedeutet verschenkter Ertrag!

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