Funktionen aktueller GPS-Vermessungslösungen, notwendige Genauigkeit, Korrektursignale, Handys als Alternative?

Ein Überblick über die am Markt für die Landwirtschaft verfügbaren Vermessungslösungen zeigt, dass wir von der Bauform prinzipiell zwei Geräteklassen unterscheiden können. Die einen bestehen aus einer GPS-Antenne und einem in einem Bedienteil integrierten GPS-Empfänger, bei den anderen ist der GPS-Empfänger und das Bedienteil voneinander getrennt. Die Lösungen mit den integrierten GPS-Empfängern sind kompakt (z. B. nur ein Akku für das Gesamtsystem), die mit separatem Empfänger haben den Vorteil einer höheren Flexibilität, da u.a. der GPS-Empfänger gegen einen Empfänger mit höherer Genauigkeit ausgetauscht werden kann.


Kompaktsystem (Foto Kraft und Butzke)                                               EXAgT DGPS                                                                                                                                             Vermessungslösung

Auch bei den Bedienteilen differenzieren sich die am Markt verfügbaren Geräte. Es gibt Varianten, die vom Gehäuse und von der Bediensoftware her geschlossene Systeme darstellen, zum anderen sind Geräte verfügbar die aus handelsüblichen Notebooks/Tablets mit Windows-Betriebssystem und darauf laufender (austauschbarer) Vermessungssoftware bestehen.

Egal welche Geräteklasse, die Hardware (GPS-Antenne, Bedienteil, GPS Empfänger) sollte einige Mindestbedingungen erfüllen:

  • Robuste Hardware, auch ein Schauer kann die Hardware inklusive Bedienteil nicht in Gefahr bringen.
  • Das Bedienteil ist kein Schminkspiegel, möglichst keine Reflexionen auf dem Display.
  • Nutzung von stabil verfügbaren Korrektursignalen (siehe unseren Newsletter vom März 2016)
  • Akkulaufzeiten reichen für einen Arbeitstag.

Bei der Software zeigen sich größere Unterschiede zwischen den Systemen, vor allem die aus Geoinformationssystemen abgeleiteten Vermessungslösungen bieten umfangreiche Möglichkeiten:

  • Grundfunktionalität: Erfassen von Feldgrenzen und Punkten wie z.B. Bodenprobenpunkte
  • Grundfunktionalität: Auffinden von Grenzsteinen und anderen Kartenmerkmalen.
  • Weiternutzung der im Betrieb vorhandenen geometrischen Daten (GIS-Antragsdaten, Flurstücksdaten der Landesvermessung u.a.), diese sind während der Vermessung lagegenau verfügbar/sichtbar.
  • „Moving Map“ Technologie, d.h. Sie sehe beim Vermessen immer ihre aktuelle Position vor einem Luftbild, einer Flurstückskarte oder Ähnlichem, dies erhöht die Sicherheit bei der Vermessung.


  • Einbinden von kostenlosen Daten der jeweiligen Landesvermessungsämter (Orthophotos, Flurstückskarten und mehr).


Verfügbare kostenlose WMS-Daten Sachsen (Web Map Service – Schnittstelle zum Abrufen von Auszügen aus Landkarten über das World Wide Web), diese sind nach dem Herunterladen auch ohne Internetverbindung dauerhaft nutzbar.

  • Mögliche Weiterverarbeitung/Nachbereitung der gemessenen Daten in der Software wie teilen/verschieben/zusammenfügen.
  • Export in das ESRI Shape Format z.B. für die Datenübernahme in das GIS-Antragssystem ist problemlos möglich.
  • Das Thema Koordinatensysteme Gauß-Krüger/ETRS89/WGS84 und Transformationen beherrscht das System transparent.

Welche Genauigkeit wird benötigt, DGPS oder RTK?

Welches Korrektursignal ist für DGPS nötig?

Ist eine Vermessung mit dem Handy möglich?
Frei nach Radio Eriwan: Im Prinzip ja aber,

  • die Genauigkeit der eingebauten GPS-Empfänger reicht nicht aus, die A-GPS Empfänger (Assisted Global Positioning System d.h. unterstütztes globales Positionierungssystem) in den Handys wird zwar aufgrund der „Hilfe“ durch Basisdaten aus dem Mobilfunknetz schnell eine Position bestimmt, allerdings wird außerhalb eines dichten Mobilfunk-/(je nach Hersteller auch WLAN-) Basisstationennetz nicht sicher eine angemessene Genauigkeit z. B. für Vermessungszwecke erzielt. A-GPS kompensiert „nur“ die Fehler der Uhren und der Bahnen der Satelliten, während DGPS zusätzlich noch die Ionosphären Einflüsse berücksichtigt. Wer das A-GPS seines Handys außerhalb der Stadt nutzt kennt das, Abweichungen von mehreren Metern sind nicht selten.
  • somit ist ein externer genauer DGPS Empfänger und spezielle Software auf dem Handy notwendig und der Kostenvorteil ist damit zu großen Teilen dahin.

Änderungen/Anpassungen unserer Vermessungstechnik 2017

Es gibt ab diesem Jahr für unsere DGPS Vermessungslösung keine unterschiedlichen Varianten für die Vermessung zu Fuß oder per Auto. Durch den Magnetfuß der GPS-Antenne und der Befestigung der Grundplatte aus Metall am Vermessungsstab ist eine einfache Umrüstung möglich. Qualitativ gibt es durch die Nutzung der neuen Antenne keine Verschlechterung. Weiterhin wird ab 2017 als Tablet das Panasonic Toughpad FZ-M1 Mk2 ausgeliefert, der vor allem der schnellere Prozessor macht sich beim Arbeiten bemerkbar.

Bei Fragen bitte fragen, wir freuen uns darauf!
Unsere Kontaktdaten sind:

andreas.schmidt@exagt.de
+49 (0) 173 352 8960, +49 (0) 34324 269739

arnim.grabo@exagt.de
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