Großparzellenversuche – die biometrische Gesellschaft, SNaPwürZ, Agrifuture Concept Winner 2023 und 2025 und wie geht es weiter?

Ein arbeitsreiches und erfolgreiches Versuchsjahr 2025 neigt sich dem Ende zu. Wir haben eine Vielzahl an Versuchen vollständig betreut oder gezielt ausgewertet. In diesem Newsletter stellen wir die zentralen Bausteine unserer Arbeit in diesem Bereich vor – von den wissenschaftlichen Grundlagen über unsere Mitarbeit in Entwicklungsprojekten bis hin zu geplanten Aktivitäten.


Abbildung 1: Wachstumsreglerversuch 2024, vorgestellt auf unserem Stand auf der Agritechnica 2025.

Die Arbeitsgruppe „Landwirtschaftliches Versuchswesen“: Garant für wissenschaftliche Standards

Die Arbeitsgruppe „Landwirtschaftliches Versuchswesen“ ist ein spezialisierter Zusammenschluss innerhalb der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft (IBS-DR). Sie fungiert als zentrales Bindeglied zwischen der statistischen Methodenforschung und ihrer praktischen Anwendung in den Agrarwissenschaften.
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit der Entwicklung, Anpassung und Anwendung biometrischer (statistischer) Methoden für die spezifischen Anforderungen der Landwirtschaft. Ihre Schwerpunkte sind:

  • Versuchsplanung: Optimierung von Versuchen, um trotz natürlicher Variabilität (z.B. Bodenunterschiede, Wetter) verlässliche Ergebnisse zu erzielen.
  • Methodenentwicklung: Anwendung moderner Verfahren wie gemischte Modelle (Mixed Models), räumliche Statistik sowie aktueller Ansätze aus Data Science und KI im Agrarkontext.
  • Wissenstransfer: Förderung des Austauschs zwischen Statistik-Experten an Universitäten, Forschenden in Bundesforschungsinstituten und der Industrie.

Die wissenschaftlichen Vorgaben für Großparzellenversuche sind im „Leitfaden zur Einordnung, Planung, Durchführung und Auswertung von Versuchen unter Produktionsbedingungen (On-Farm-Experimente)“ definiert, eine Fortschreibung ist vorgesehen. Als EXAgT halten wir uns seit 2020 ausnahmslos an diese Vorgaben und haben aktuell einen Aufnahmeantrag an die Biometrische Gesellschaft gestellt, um zukünftig die Zusammenarbeit zu intensivieren.

SNaPwürZ: Werkzeuge für die Praxis

Wie lassen sich diese wissenschaftlichen Standards nun in den landwirtschaftlichen Betrieb übertragen? Hier kommt die Arbeitsgruppe SNaPwürZ ins Spiel. Ihr Ziel ist die Erstellung eines praxisorientierten Versuchsleitfadens sowie die Entwicklung eines digitalen Werkzeugkastens. Mit diesem können Landwirte eigenständig oder gemeinsam mit Beratern, Forschern oder Kollegen praktische Fragestellungen auf ihrem Betrieb untersuchen.
Der Leitfaden und der Werkzeugkasten bieten Unterstützung in allen Phasen eines Versuchs:

  • Planung: Welche Frage soll beantwortet werden?
  • Durchführung: Wie wird der Versuch fachgerecht angelegt?
  • Auswertung: Was sagen die Ergebnisse aus?

Die Komponenten der Software sind Open-Source-Erweiterungen für QGIS, die den gesamten Prozess von der Planung bis zur Auswertung abdecken. Sie werden im Laufe des Jahres 2026 im Rahmen von „Farmwissen“ auf GitHub veröffentlicht. Parallel wird dort auch der Versuchsleitfaden bereitgestellt. Die detaillierte statistische Auswertung unter Berücksichtigung von Störgrößen wie Relief, Bodenbeschaffenheit, Nährstoffgehalt und Mikroklima verbleibt bei uns. Hierfür wird eine Schnittstelle zu unserer geostatistischen Versuchsauswertungssoftware PIGSTAT geschaffen.

ISO Farm Research (DLG-Agrifuture Concept Winner 2023)

Hinter diesem Produkt stehen unsere Partner von AgDoIt. Sie entwickeln ein webbasiertes Versuchsverwaltungs- und Auswertetool. Es handelt sich um eine kostenpflichtige Softwarelösung, die durch kontinuierliche Wartung, Weiterentwicklung und einem Hotline-Support gekennzeichnet ist. Auf der Agritechnica 2025 war auf ihrem Stand die erste Version zu sehen. Auch hier liefern wir als Partner den Part der detaillierten statistischen Auswertung.

Die strategische Ausrichtung der EXAgT im Bereich Großparzellenversuche

Die EXAgT konzentriert sich im Bereich der Großparzellenversuche auf folgende Schwerpunkte:

  • Intensivierung der Versuchstätigkeit und FuE-Kooperationen: Der Kern unserer Arbeit bleibt die Durchführung fundierter Großparzellenversuche. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Mitarbeit an Forschungs- und Entwicklungsprojekten. Ein aktuelles Beispiel ist die Kooperation im Projekt ZÜRN SEED SELECT (DLG-Agrifuture Concept Winner 2025), bei dem wir unsere Expertise in die Entwicklung innovativer Technik einbringen.
  • Optimierung der methodischen Auswertung: Die Qualität eines Versuchs steht und fällt mit seiner statistischen Belastbarkeit. Daher arbeiten wir kontinuierlich an der Verfeinerung unserer Auswertemethodik.
  • Intensivere Nutzung von Fernerkundung in Großparzellenversuchen: Die klassische Bonitur wird zunehmend durch Fernerkundungsdaten ergänzt. Wir entwickeln die Methodik weiter, um satelliten- und drohnengestützte Daten gezielt für die Besonderheiten von Großparzellen nutzbar zu machen. Dies ermöglicht eine objektivere Erfassung von Bestandesunterschieden über die gesamte Fläche sowie eine präzisere Ertragskartierung.
  • Effizienzsteigerung im Drohneneinsatz (Projekt Boniturschwarm): Im Rahmen des Projekts „Boniturschwarm“ untersuchen wir Möglichkeiten, die Produktivität des Drohneneinsatzes zu erhöhen. Das Ziel ist ein koordinierter Einsatz von Sensorik, um größere Areale zeit- und kosteneffizienter zu erfassen, ohne Abstriche bei der Datenqualität zu machen.

Zusammenfassend verfolgt EXAgT das Ziel, die Methodik im Großparzellenwesen effizienter zu gestalten und dabei stets die wissenschaftliche Belastbarkeit der Ergebnisse sicherzustellen!

Fragen Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Aufgaben! Unsere Spezialität sind betriebsspezifische Lösungen, wir schätzen Sie und Ihre Herausforderungen =;-).

Unsere Kontaktdaten sind:

andreas.schmidt@exagt.de
+49 (0) 173 352 8960, +49 (0) 34324 269739

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Ertragskartierung Mais aus Drohnendaten – die jährliche Versuchsrettung ;-)

In diesem Jahr haben wir im Rahmen des SNaPwürZ-Projekts in Zusammenarbeit mit den Kollegen der AgUmenda Großparzellenversuche zum Thema variable Aussaat im Mais (Silomais) angelegt. Dabei wurden drei Betriebe in Sachsen ausgesucht, in denen Häcksler mit Ertragskartierung zur Verfügung standen. Wir haben die Versuche mit Drohnenbefliegungen alle 14 Tage begleitet (Phantom P4 RTK mit Mulispektralkamera) und die Bilder ausgewertet (Bonitur relative Biomasse und relative N-Aufnahme), bei der Ernte wurden die Ertragsdaten aufgezeichnet.

Leider waren Daten der Ertragskartierung eines der Schläge nicht brauchbar, ein Problem das immer wieder im Alltag von Großparzellenversuchen auftritt (siehe unseren Newsletter Versuchsrettung nach Superzelle).

So haben wir auf den Schlägen mit funktionierender Ertragskartierung die Befliegungstermine herausgesucht, die die beste Korrelation zwischen den aufgezeichneten Ertragspunkten und den entsprechenden Werten aus den Orthophotos mit den berechneten NDRE-Indizes aufwiesen und dafür eine Regressionsgleichung erstellt.

Warum NDRE und nicht NDVI?

Der Vegetationsindex NDRE ist dem NDVI in späten Maisstadien überlegen, weil er nicht so schnell sättigt. NDRE nutzt Red Edge, dieser spektrale Bereich liegt zwischen rotem und nahem Infrarotlicht und kann tiefer in das Blattdach eindringen, bleibt auch in dichten, reifen Maisbeständen empfindlich und kann dort noch feine Unterschiede in Biomasse und Chlorophyllgehalt erkennen.

Von der relativen Ertragskartierung zu absoluten Ertragswerten

Aus der berechneten relativen Ertragskarte kann mittels der tatsächlichen Erträge (Waage) die absoluten Werte berechnet werden.

Ertragskarte Silomais für die zur Versuchsauswertung genutzten Fläche

Für uns hat sich damit eine weitere Fruchtart aufgetan, für die wir praktisch die Ertragskartierung für unsere Versuche mit Fernerkundungstechniken „absichern“ können und die Ergebnisse zahlreicher wissenschaftlicher Arbeiten zu diesem Thema in unserer Praxis anwendbar machen.

Die eigentlichen Ergebnisse müssen wir hier leider noch schuldig bleiben, diese werden im Abstimmung mit dem SNaPwürZ-Projekts veröffentlicht.

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Agritechnica 2025 – Mehr Evolution als Revolution

Die Agritechnica 2025 hat ihre Tore geschlossen und war, wie immer, ein nachhaltiges Erlebnis für alle Beteiligten – und das nicht nur im alltäglichen „An- und Abreisewahnsinn“. Hier sind kurz die drei Themen, die uns in diesem Jahr besonders aufgefallen sind:

Chinesische Landtechnik wird konkurrenzfähig

Ein klares Muster zeichnet sich ab: Waren es 2023 noch die Drohnen, bei denen China die Nase vorn hatte, gab es gegenüber vergangenen Ausstellungen 2025 große Fortschritte bei Traktoren und Mähdreschern.

Die chinesischen Hersteller sind technisch deutlich auf dem Vormarsch. Die Frage der langfristigen Bewährung in der Praxis und der Qualität des Kundensupports bleibt zwar noch abzuwarten – auch etablierte Marken brauchten dafür ihre Zeit.

Doch chinesische Firmen haben in anderen Branchen bereits bewiesen, dass sie solche Herausforderungen vergleichsweise schnell meistern können.

Links – einfache Landtechnik aus China auf der Agritechnica 2019, Mitte – Hybridschlepper von Zoomlion auf der diesjährigen Ausstellung, Rechts – Roboter von Zoomlion

Der Nachrüstmarkt für Lenksysteme hat sich komplett verändert

Der Markt für Nachrüst-Lenksysteme zeigte gegenüber der letzten Agritechnica ein völlig verändertes Bild. Auffällig war die Abwesenheit von Topcon (und ihrem deutschen Vertrieb) sowie die sehr reduzierte Präsenz von Trimble auf diesem Gebiet, welches nur noch eingeschränkt am AGCO-Stand zu sehen war. Diese Lücke füllten zahlreiche chinesische Anbieter, die sich untereinander starke Konkurrenz machen. Dazu kommt FieldBee als ukrainisch-polnischer Produzent.
Besonders hervorzuheben ist LACOS, das immer weiter wächst und mit den Autopilotfunktionen ihrer technisch hochwertigen Geräteterminals gefühlt den Lenksystemmarkt quasi nebenbei mit abdeckt.

Pflanzensensoren: Ein Auslaufmodell (?)

Pflanzensensoren haben massiv an Bedeutung verloren. Die bekannten Modelle fand man auf den Messeständen nur noch bei genauem Hinsehen, teilweise bei neuen Anbietern wie FarmBlick. Unserer Einschätzung nach sind sie für die/den teilflächenspezifische Düngung/Pflanzenschutz ein Auslaufmodell. Der Grund: Das „Wolkenproblem“ wurde von einigen Anbietern durch den Einsatz von Radar oder Wachstumsmodellen gelöst. Von Neuanschaffungen raten wir unseren Kunden daher ab.

Uns hat die Agritechnica wie immer viel Spaß gemacht, es gab in der kurzer Zeit viele gute Gespräche mit Kunden und Geschäftspartnern.

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Winterraps -> N-Düngung reduzieren OHNE Ertragsminderung!

Wir beobachten in diesem Herbst eine sehr gute Entwicklung des Rapses. Die Bestände haben bereits Stickstoffmengen von bis zu 120 kg N/ha aufgenommen, ein hervorragender Start und eine sehr gute Gelegenheit, in der Frühjahrsdüngung N-Dünger und Geld zu sparen.

Unsere langjährigen Erfahrung zeigen: Pro 10 kg N-Aufnahme/ha über der Marke von 50 kg N/ha im Spätherbst können Sie im Frühjahr 7 kg N/ha einsparen und das ohne negative Einflüsse auf den Ertrag. Dies ist eine Möglichkeit, Ihre Düngerkosten signifikant zu senken. Zusätzlich sehen wir in vielen Beständen große Heterogenitäten in den Teilflächen. Diese Ungleichmäßigkeiten lassen sich durch eine differenzierte teilflächenspezifische Frühjahrsdüngung gezielt ausgleichen. So werden Stickstoffverluste vermieden, der Bestand vereinheitlicht und bares Geld gespart!

Typische Rapsentwicklung: hohe N-Aufnahmen von bis zu 120 kg/ha bei gleichzeitig hoher Heterogenität im Bestand
(Ostsachsen Ende Oktober, Satellitendaten vom 19.10.2025)

Wie viel wird eingespart? Wir sehen zur Zeit Düngemittelpreise von über 1€ pro kg Stickstoff. Bei den beobachteten N-Aufnahmen von 120 kg N/ha lassen sich so Ausgabensenkungen von 60–70 €/ha realisieren. Dies ist natürlich ein Extrembeispiel, aber selbst N-Einsparungen von nur 20 kg/ha bedeuten effektiv 25 € oder mehr weniger an Düngekosten.

Preise für N-Düngemittel September 2025 (Quelle: https://www.landwirtschaft.sachsen.de, abgerufen am 24.10.2025)

Die Methode

Seit 2017 bieten wir den Kunden das Verfahren Herbstscan mit Satellit an, u.a. die Bauernzeitung berichtete darüber.

Beim Winterraps kann jedes aufgenommene kg N im Spätherbst, welches über 50 kg liegt, im Frühjahr angerechnet und eingespart werden (Faustzahl: kg N/ha Herbst > 50 kg N/ha* 0,7 = einzusparende kg N/ha Frühjahr). Durch Satellitendaten abgeglichen mit Referenzmessungen am Boden wird eine teilflächenspezifische N-Aufnahmekarte für den Herbst erstellt (siehe Abbildung 1). Diese wird als Grundlage für die Frühjahrsdüngung (egal ob in einer oder mehreren Gaben) genutzt.

Abbildung 1: Messung der N-Aufnahme im Winterraps, links punktuell manuell, rechts in jeder Teilfläche (10x10m²) abgeleitet aus Satellitenbildern und Referenzmessungen.

Um die Wirksamkeit des Verfahrens zu überprüfen führen wir begleitend PiG/OFR Versuche unseres Verfahrens durch. Die Metaanalyse von Versuchen 2021/2022 zeigt die Effekte des Verfahrens (1).

Die Versuchsschläge 2021/2022 lagen südlich von Leipzig in einem roten Gebiet, in diesen Jahren gab es eine gute Vorwinterentwicklung mit durch den Herbstscan ermittelten N-Aufnahmen zwischen 50 und 120 kg N/ha.

  • im Prüfglied „Betrieb“ wurde auf der ganzen Fläche einheitlich gedüngt entsprechend den Vorgaben des Bilanzierungs- und Empfehlungssystem Düngung (BESyD) Sachsen
  • im Prüfglied „EXAgT“ fand eine teilflächenspezifische N-Düngung nach unseren Algorithmen statt.
  • erste Gabe Piamon, zweite Gabe KAS konstant 50 kg N/ha
  • Gesamtgabe zwischen 125 und 170 kg N
Abbildung 2: Ausgangsdaten Metaanalyse sowie Differenzen der ausgebrachten N-Mengen
Abbildung 3: Signifikanter Mehrertrag von 1,26 dt/ha trotz Einschränkung der N-Düngemenge auf 80% im roten Gebiet

In den Gebieten ohne eingeschränkte N-Düngung führt, so unsere langjährige Erfahrung, unser Verfahren in den meisten Fällen zu N-Einsparungen von 15-25 kg/ha.

(1) Moritz Gaßan (2023).: „Überprüfung teilflächenspezifischer, satellitenbasierter N-Düngestrategien für Winterraps anhand von praxisnahen Großparzellenversuchen, angelegt und ausgewertet mit den Methoden von OFR (On Farm Research)“, Bachelorarbeit BA Dresden

Wie sieht das Verfahren im Wintergetreide aus?

Bei der 1. N-Gabe für Winterweizen/Wintergerste/Winterroggen orientiert man sich oft an den „schlechtesten“ Stellen und überzieht die „besseren“ deutlich, was zu dichten Beständen mit Lager- und Krankheitsproblemen führt. Dagegen hilft eine differenzierte Düngung. Über den Herbstscan wird eine teilflächenspezifische Abschätzung der N-Aufnahme und der daraus resultierenden N-Aufnahmekarte wird die Streukarte für die Andüngung im folgenden Frühjahr erstellt. Als erstes erfolgt die Festlegung des Düngungsniveaus, bei der neben den üblichen Planungsansätzen (Betriebsleitererfahrung, Nmin, N-Form, Produktionsziel, Ertrag, organische Düngung usw.) die durchschnittliche N-Aufnahme im Herbst berücksichtigt wird. Die anschließende Differenzierung orientiert sich dann an den unterschiedlichen N-Aufnahmezonen im Schlag und daraus lässt sich eine Streukarte erzeugen.

Eine differenzierte Andüngung führt zu einheitlicheren Beständen, die sich einfacher führen lassen und einer Frühsommertrockenheit besser begegnen können. „Nicht zu viel bei den Guten und nicht zu wenig bei den Schlechten“ sollte das Motto sein.

Auch hier liefern wir die Karten im jeweils nötigen Datenformat und helfen bei Bedarf vor Ort mit, bis heute konnten wir jedes Formatproblem lösen (auch mit ISOXML, dem ISOBUS Auftragsformat 😉 ).

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ZÜRN SEED SELECT – ein Konzept der Zürn Harvesting GmbH & Co. KG in Kooperation mit TU Dresden und EXAgT GmbH, ein DLG-Agrifuture Concept Winner 2025

Mähdrusch und Feldhygiene aktuell

Die derzeitige Praxis des Mähdruschs steht den Zielen der Feldhygiene entgegen, Unkrautsamen wie auch Getreidesamen (z.B. durch Reinigungsverluste) gelangen mit der Spreu wieder aufs Feld.

Das Konzept Seed Select adressiert dieses Problem nun erstmals mithilfe zweier Trommelsiebe, die in einer kompakten Einheit hinter den Sieben eines Mähdreschers montiert werden. Die Samen fallen durch diese Siebe, während Stroh und Spreu die Trommeln passieren und zurück in den Spreuverteiler geleitet werden.

Prinzipdarstellung (Abbildung TU Dresden)

Das abgetrennte Material wird in einer Devitalisierungseinheit abgetötet und anschließend als organisches Material auf dem Feld ausgebracht, ohne dass die Gefahr einer Keimung besteht. Durch einen geringen Platz- und Leistungsbedarf sowie einen modularen Aufbau lässt sich das System leicht an eine Vielzahl von Mähdreschern anpassen, ohne die normale Funktion des Reinigungssystems oder der Kornverlustsensoren zu beeinträchtigen.

Abscheideeinheit am Mähdrescher (Abbildung TU Dresden)

Beitrag der EXAgT zum Konzept

In der bisherigen Konzeptentwicklung konnten wir unser Wissen und Erfahrungen in der Anlage und Auswertung statistisch gesicherter Großparzellenversuche einbringen.

In diesem Fall ware signifikante Ertragsvorteile im Weizen von bis zu 4% in einer Metaanalyse über Versuche in vier Jahren nachweisbar.

Zürn Harvesting GmbH & Co. KG
ZÜRN SEED SELECT
agritechnica Halle 13 | Stand C25

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Ist eine mangelnde N-Versorgung wirklich das Problem für die schwankende Rapserträge in den letzten Jahren?

In vielen Regionen Deutschlands mit einer ausreichenden Wasserversorgung wie in Sachsen ist 2025 eine sehr gute Rapsernte eingefahren worden. In Gebieten mit extremen Trockenphasen in diesem Jahr wie in Mecklenburg-Vorpommern sah das anders aus, hier fiel von Februar bis April 2025 nur etwa ein Viertel der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, was eine der trockensten Perioden seit 1931 war!

Insgesamt schwankten die Rapserträge in den letzten Jahren in Deutschland sehr stark.

Schnell steht die N-Versorgung im Verdacht, der begrenzende Faktor zu sein. Doch ist das wirklich immer der Fall? Unsere umfangreichen Versuche und Erfahrungen zeigen ein differenzierteres Bild.

Die N-Aufnahme im Herbst genau im Blick

Mithilfe von Satellitendaten können wir die Stickstoffaufnahme Ihrer Rapspflanzen präzise und schlagspezifisch ermitteln. Unsere Auswertungen basieren auf einer großen Bandbreite an N-Aufnahmen von 25 bis zu 225 kg N/ha.

Dabei zeigt sich häufig: Viele Schläge sind sogar überversorgt. Oft messen wir im Herbst Werte von über 100 kg N/ha. In den vergangenen milden Wintern blieb eine stärkere Auswinterung zum Glück oft aus, doch das Risiko für zu üppige Bestände bleibt.

Typische N-Aufnahmekarte Raps, MV 2023

Zielwert: 50-60 kg N/ha im Herbst

Unserer Erfahrung nach ist eine N-Aufnahme von 50-60 kg N/ha im Herbst optimal. Dieser Wert gibt die Richtung für die Frühjahrsdüngung vor:

  • Was darüber liegt: Hier kann und sollte Stickstoff eingespart werden.
  • Was darunter liegt: Diese Bestände benötigen Unterstützung – sofern sich eine weitere Förderung noch lohnt.

Die Unterschiede sind enorm, nicht nur von Schlag zu Schlag, sondern auch innerhalb eines Schlages (siehe Abbildung), eine pauschale Düngestrategie ist daher nicht zielführend.

Die wahren Ursachen für schwankende Erträge liegen oft schon im Herbst

Die Gründe für die Ertragsschwankungen liegen häufig in einer schwierigen Bestandesetablierung:

  • Witterung: Oft zu trocken für ein gutes Saatbett, eine zügige Strohrotte und einen gleichmäßigen Aufgang.
  • Saatzeitpunkt: Der optimale Termin lässt sich in der Praxis nicht immer einhalten.
  • Schadinsekten: Erdfloh, Blattläuse, Rübsen-Blattwespe, Kohlmotte und Kohlfliege setzen den jungen Pflanzen zu, während die Zahl wirksamer Insektizide immer weniger wird.

Lösung: Ein differenziertes Herangehen

Angesichts dieser komplexen Ausgangslage empfehlen wir ein angepasstes und differenziertes N-Management. Die Grundlage hierfür liefern die per Satellit ermittelten N-Aufnahmekarten im Herbst. Sie ermöglichen eine gezielte Düngestrategie:

  • Robin Hood: Auf überversorgten Teilflächen wird Dünger eingespart („genommen“).
  • King Arthur: Unterversorgte Bereiche erhalten gezielt Unterstützung („gefördert“).

Die Tendenz geht aktuell auf agronomisch gut geführten Schlägen eher zur Einsparung von Stickstoff, da hier hohe N-Aufnahmen im Herbst begünstigt werden durch:

  • frühe Saat (auch als Flucht vor dem Erdfloh)
  • Herbstdüngung oft organisch bzw. mineralisch zur Sicherung des S-Bedarfs
  • bessere Bestandesetablierung durch Einzelkornsaat
  • effektivere Schadinsektenkontrolle
  • Sorten mit schnellerer Herbstentwicklung

Fazit: Die pauschale Frage nach mehr oder weniger Stickstoff ist oft der falsche Ansatz. Entscheidend ist eine datenbasierte, teilflächenspezifische Betrachtung bereits im Herbst, um die Weichen für einen stabilen und wirtschaftlichen Rapsbestand zu stellen.

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Wir sind auf der Shortlist „DLG-Agrifuture Concept Winner 2025“!

Im Rahmen der agritechnica wird der Preis „DLG-Agrifuture Concept Winner 2025“ vergeben. Wir sind stolz im Projekt „Zürn Seed Select“ als Kooperationspartner der Firma Zürn Harvesting GmbH & Co. KG und der TU Dresden es auf die Shortlist des Wettbewerbs geschafft zu haben!

https://www.agritechnica.com/de/awards/agrifuture-concept-winner/shortlist-2025

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Drohnenbasierte Ertragskartierung, ein Paradigmenwechsel in der Versuchsauswertung

Für die Auswertung von Großparzellenversuchen ist die Verfügbarkeit von hochwertigen, flächenhaft aufgelösten Ertragsdaten unerlässlich. Traditionell kommen hier zwei Methoden zum Einsatz:

  1. Kerndrusch: Eine sehr genaue, aber extrem arbeitsintensive Methode, bei der manuell von jeder Parzelle eine Probe geerntet und gedroschen wird. Dies liefert einen exakten Ertragswert für die Probe, aber keine flächenhafte Verteilung innerhalb der Parzelle.
  2. Ertragskartierung mit dem Mähdrescher/Häcksler: Die modernere Methode, bei der der Ernter mit Ertragssensoren (meist Feuchtemessern und Volumenstromsensoren) und einem GPS-Gerät ausgestattet ist. So wird während der Ernte kontinuierlich eine Ertragskarte erstellt.

Probleme der traditionellen Ertragskartierung

Die maschinelle Ertragskartierung anfällig für Probleme, die die Versuchsauswertung unmöglich machen können:

  • Technische Fehler: Verstopfung oder Verschleiß des Volumenstromsensors, Ungenauigkeiten bei der Feuchtemessung, GPS-Ausfall oder -Ungenauigkeit, Softwareabstürze.
  • Bedienfehler: Falsche Kalibrierung der Sensoren zu Saisonbeginn, vergessene Aktivierung/Deaktivierung der Aufzeichnung, falsch eingestellte Schnittbreite oder Schwadlage.
  • Wirtschaftliche Faktoren: Immer mehr Lohnunternehmer kündigen die teuren Software-Abonnements der Mähdrescherhersteller, da die Kosten in Relation zum Nutzen für sie oft nicht stehen. Damit entfällt die Datenverfügbarkeit komplett.

Die Folge sind lückenhafte, verrauschte oder schlicht nicht vorhandene Datensätze, was den wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Wert eines gesamten Versuchsjahres zunichtemachen kann.

Die Lösung: Drohnenbasierte Ertragskartierung

Diese Lösung adressiert die Probleme direkt:

  • Unabhängigkeit von der Mähdrescher-Technik und der Sorgfalt des Fahrers.
  • Konsistenz: Die Datenerhebung erfolgt unter standardisierten Bedingungen (gleiche Flughöhe, Sensorik, Tageszeit), was die Datenqualität und Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Standorten und Zeitpunkten erheblich steigert.
  • Hohe räumliche Auflösung: Drohnen erfassen Daten in einer sehr hohen Auflösung (einige Zentimeter pro Pixel), was eine viel detailliertere Analyse ermöglicht als die oft gröberen Mähdrescherdaten.
  • Weniger Störartefakte: Typische Probleme der Erntekartierung wie „Überlapper“ am Vorgewende, Einfluss der Erntegeschwindigkeit oder Ungenauigkeiten durch zeitverzögerte Ertragsmessung entfallen.

Die Versuchsschläge werden in einem definierten phenologischen Stadium mit einer Multispektraldrohne beflogen. Folgende Schritte sind notwendig:

  1. Multispektrale Erfassung: Die Drohne erfasst nicht nur sichtbares Licht (RGB), sondern auch nichtsichtbare Bereiche wie Nahinfrarot (NIR) und Red Edge (RE). Daraus wird der für die Ertragsmodellierung wichtige NDRE (Normalized Difference Red Edge Index) berechnet.
  2. Relativer Ertrag: Dieser Vegetationsindex korreliert stark mit der Biomasse und der Pflanzenvitalität zur Zeit des Fluges. In einem definierten Zeitraum (meist um die Blüte oder kurz vor der Reife) ist dieser Zusammenhang am stärksten und ermöglicht die Erstellung einer relativen Ertragskarte. Diese zeigt klar die ertragsstarken und -schwachen Zonen innerhalb des Schlages.
  3. Absoluter Ertrag: Die Kalibrierung auf den Durchschnittsertrag des Schlages (z.B. von der Waage) ist der entscheidende Schritt, um aus den relativen Werten absolute Schätzwerte (in dt/ha oder t/ha) zu generieren. Diese absolute Karte ist für unsere Auswertungen essenziell.

Fazit: Ein Paradigmenwechsel in der Versuchsauswertung

Was als Notlösung begann, erweist sich in der Praxis als die überlegene Methode der Ertragserfassung. Sie liefert nicht nur rettende Ersatzdaten bei Ausfall der Mähdrescherkartierung, sondern oft auch hochwertigere, sauberere und besser auflösende Daten. Die drohnenbasierte Ertragskartierung etabliert sich damit für uns als unverzichtbares Werkzeug.


Aus multispektralen Drohnenbildern abgeleitete Ertragskarten im Winterweizen.

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Wirtschaftlich sinnvoller Drohneneinsatz im Pflanzenbau – aktueller Stand und Lösungsansätze

Innovationen beim „Drone Field Management“ – Eindrücke vom AMAZONE Feldtag

Beim AMAZONE Feldtag am 17. Juni 2025 auf dem Versuchsgut Wambergen stand das Thema „Drone Field Management“ im Fokus. Dabei ging es vor allem um den wirtschaftlich sinnvollen Einsatz von Drohnen im Pflanzenbau – allerdings ohne Betrachtung von Applikationen wie Düngung, Pflanzenschutz oder Saat.

Aktuelle Erkenntnisse

Die wichtigste Erkenntnis für uns war, dass die Unterscheidung zwischen Unkraut und Nutzpflanzen aus Drohnenbildern in der Breite praxistauglich ist – vorausgesetzt, die Bodenauflösung liegt bei 2-4 mm. Nach unseren Erfahrungen stellt die begrenzte Flächenleistung herkömmlicher Drohnen für solche Auflösungen ein Problem dar. Die entscheidende Frage lautet daher:

Wie lässt sich die Drohnentechnologie unter diesen Rahmenbedingungen effizient nutzen?

Lösungsansätze für eine höhere Flächenleistung

Die folgenden zwei Lösungsansätze wurden auf dem Feldtag praktisch vorgeführt, der dritte Ansatz Boniturschwarm ist ein Projekt der EXAgT GmbH und TU Dresden.

Befliegung durch Dienstleister mit Spezialdrohnen (SAM DIMENSION)

Vorteil: Hohe Flächenleistung, garantierte Auswertung innerhalb von 24 Stunden vor der Applikation.
Nachteil: Die benötigten Spezialdrohnen sind kostspielig.

Punktbonituren statt flächiger Erfassung (Pheno-Inspect)

Statt einer vollständigen Kartierung werden gezielte Boniturpunkte angeflogen und ausgewertet.

Vorteil: Höhere Schlagkraft, da keine Orthophoto-Erstellung notwendig ist. Kostengünstige eigene Standarddrohnen werden genutzt
Nachteil: Unvollständige Abdeckung des Schlags, dadurch Gefahr des Übersehens von Unkrautnestern

Boniturschwarm – Mehrere Drohnen im koordinierten Einsatz (EXAgT GmbH, TU Dresden)

Hier gibt es prinzipiell zwei Varianten des Drohneneinsatzes.

Variante 1: Eine Pathfinder-Drohne überfliegt das gesamte Feld und erstellt Orthophotos. Aus diesem werden Unkrautnester identifiziert und präzise Flugrouten für Detailaufnahmen abgeleitet. Die gewonnenen Daten ermöglichen die Erstellung von Spritzkarten für gezielte Behandlungen.

Variante 2: Paralleler Einsatz mehrerer Drohnen zur Steigerung der Flächenleistung.

Vorteile des Boniturschwarms: Höhere Effizienz durch kostengünstiger Standarddrohnen.
Nachteil: Erfordert eine spezielle Flugplanung sowie schnelle Bildverarbeitung (vor Ort oder in der Cloud).

Fazit

Die Drohnentechnologie bietet bereits heute praktikable Lösungen für den Pflanzenbau. Allerdings hängt die Wirtschaftlichkeit stark von der gewählten Strategie ab – ob durch Dienstleister, punktuelle Bonituren oder den Einsatz von Drohnenschwärmen. Entscheidend ist, die richtige Balance zwischen Flächenleistung, Kosten und Datenqualität zu finden.

Fragen Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Aufgaben! Unsere Spezialität sind betriebsspezifische Lösungen, wir schätzen Sie und Ihre Herausforderungen =;-).

Unsere Kontaktdaten sind:

andreas.schmidt@exagt.de
+49 (0) 173 352 8960, +49 (0) 34324 269739

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Veröffentlicht unter Agronomie, Technik | Kommentare deaktiviert für Wirtschaftlich sinnvoller Drohneneinsatz im Pflanzenbau – aktueller Stand und Lösungsansätze

Teilflächenspezifische Düngung im Weizen, der richtige Termin ist wichtig!

In der aktuellen Diskussion zur Effizienz der teilflächenspezifischen Bewirtschaft stand die differenzierte N-Düngung besonders in der Kritik. Allerdings ist aus agronomischer Sicht die Differenzierung in der Teilfläche nur ein Baustein, mindestens genauso wichtig ist eine Anpassung in Hinsicht auf Termin und Höhe der jeweiligen Gabe.

Auf der Grundlage unserer langjährigen Erfahrungen aus der N-Düngeberatung wissen wir, das folgende Prinzipien für eine effiziente N-Düngung unbedingt zu beachten sind:

Angepasst an Kultur, Ertrag und Qualität

  • Grundlage ist die Messung des N-Gehalts, der N-Aufnahme bzw. des N-Bedarfs an repräsentativen Stellen des Schlages und der auf dieser Information beruhenden Entscheidung über die pflanzenbaulich notwendigen auszubringenden N-Mengen bzw. bei geteilten Gaben auch über den Düngetermin, natürlich in den Grenzen der Düngeverordnung.

Differenziert in der Fläche

  • nach N-Aufnahme der Bestände
    • abgesetztes Verfahren, messen mit Satellit/Drohne/Sensoren und später streuen nach Applikationskarte
    • Messung und streuen in Echtzeit mit Pflanzensensoren

Als Entscheidungshilfe für den richtigen Zeitpunkt der N-Düngung haben wir seit mehreren Jahren den EXAgT Observator im Praxisbetrieb.

Im Betrieb „Agrargenossenschaft Altoschatz-Merkwitz eG“ wurde 2024 im Rahmen der Meisterarbeit von Tobias Roßbrich dazu ein Versuch durchgeführt (übrigens an dieser Stelle nochmal ein herzlicher Glückwunsch an Tobias zur bestandenen Meisterprüfung und an Udo Morstein und Tobias für die freundliche Erlaubnis zur Verwendung der Versuchsergebnisse in diesem Newsletter).

Der Feldversuch: Zeitpunkt der N-Düngung WW Standard BESyD vs. nach Messungen Sensorturm (EXAgT Observator)

  • Versuchsschlag mit Ackerzahl 52, lehmiger Sand lS, Vorfrüchte WW, WG mit Zwischenfrucht, SM
  • ab 2. Gabe betriebsüblich teilflächenspezifische Düngung mit CLAAS Crop Sensor (praktisch allerdings wenig Differenzierung im Bestand)
  • Zwei Versuchsglieder (BESyD und Sensorturm) mit drei Wiederholungen
  • Düngebarfsberechnung (nach BESyD) für beide Varianten am 01.03.2024, 197 kg N/ha
  • beide Varianten
    Gabe 1a am 04.03.2024 mit NPK-Dünger (15/15/15) von 198 kg/ha (29,7 kg N/ha)
    Gabe 1b am 13.03.2024 mit 115 kg/ha Harnstoff 46% (52,9 kg N/ha)
Aufstellung des Sensorturms (EXAgT Observator) am 28.03.2024
  • Ab dem 29.03.2024 sendet der Sensorturm jeden Tag 2 Grafiken mit den aktuellen Messungen der momentanen N-Aufnahme sowie der Temperatur in 5 cm und 2 cm Höhe, der Bodentemperatur sowie der Niederschlagsmenge:
EXAgT Observator versendet 2x täglich als Grafik aufbereitete Messwerte
  • 2. Gabe in der Variante BESyD am 05.04.2024 bei EC 32 mit 120 kg/ha Harnstoff 46% (55,2 kg N/ha). Zu diesem Zeitpunkt stieg die N-Aufnahme in der Variante Sensorturm noch.
  • 2. Gabe in der Variante Sensorturm wurde am 08.04.2024 bei EC 32 unter Berücksichtigung von angekündigten Niederschlägen durchgeführt, auch begann die N-Aufnahme laut Observator zu stagnieren.
    Die genaue Menge wurde anhand von Messungen mit dem Yara N-Tester bestimmt, die Empfehlung von 54 kg N/ha wurde daraufhin ausgebracht.
Messung vom 08.04.2024
  • 3. Gabe in der Variante BESyD erfolgte am 30.04.2024 bei EC 39 mit 121 kg/ha Harnstoff 46% (55,5 kg N/ha). Auf eine Düngung der drei Sensorturmparzellen wurde verzichtet, da die N-Aufnahme aktuell stieg.
  • 3. Gabe in der Variante Sensorturm erfolgt am 14.05.2024 da die N-Aufnahme (113 kg N/ha) die letzten Tage stagnierte und langsam sank (siehe Grafik Messung vom 12.05.). Auch der angekündigte ergiebige Regen spielte eine große entscheidende Rolle in der Düngeentscheidung.
    Um am Ende genau nach Ertrag und Qualität vergleichen zu können, erfolgte die Düngung auf die gleiche N-Gesamtmenge wie in der Variante BESyD, also 123 kg/ha Harnstoff 46% (56,7 kg N/ha).
Messung vom 12.05.2024
  • Die Ernte erfolgte am 19.07.2024, die Parzellen wurden im Kerndrusch gedroschen.
  • Jede Parzelle wurde einzeln geerntet, gewogen und beprobt.
  • Die Feuchte lag bei 11,8% und der durchschnittliche Ertrag der gesamten Fläche beläuft sich auf 62,26 dt/ha.

Die Ergebnisse

Obwohl in beiden Prüfglieder die gleichen N-Mengen ausgebracht wurden und die praktischen Unterschiede in der Düngung „nur“ im unterschiedlichen Zeitpunkt der dritten Gabe lagen, gab es diese Ergebnisse:

Ertrag:

  • Variante BESyD: 67,04 dt/ha
  • Variante Sensorturm: 68,43 dt/ha

Qualitäten in den Wiederholungen (WH):

Fazit

Die Ergebnisse dieses Versuchs zeigen das Potential einer angepassen Düngung als Basis für eine effziente teilflächenspezifischen Ausbringung. Allein der „falsche“ Zeitpunkt einer Düngegabe kann die Vorteile einer teilflächenspezifischen Applikation zunichte machen!

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